Titus Meyer
Anagramm Enzyklopädie

Finstere Streifen

 

Tagsueber geraubtes

Hiersein. Hinreise,

abgeriegelte Lagergebiete,

irgendwie windigere

Thesensuche, Sehnsuechte…

 

Nachtsueber berauschten

unterdessen Sternduesen,

Ebenbild bleibend,

deine Ideen.

 

 

 

 

 

Eigentlich Lichtneige

 

Scheiding. Dahingehende Schontage. Hirtensense wechselte ihre Klangfarbe, pinselte leidgekannte Lieder farbiger. Ein Schluchtwind sagte Regentage vorher.

Ratten raschelten gestern graumeliert. Eines Waechters Wertsache: seine Turmgalerie. Strenge Nachtleser traten hervor, getragene. Tages Lichtschwund nie greifbar. Derlei Leitgedanken spielten Grabfalken. Hier schwelte Ehrensteins Angstecho handgediehen, schneidig.

 

(anagrammatisches Wortpalindrom)

 

 

 

 

 

Rehe am Maeher

 

Nebelrebe, Uhu, Ren.

Hoere sie leiden am Orte

der Reiher. Höfe nie doesen,

man alle Felder uns gatterte,

behänd.

 

Nomaden im Regnen:

„Ah, Cities sind Öfen?

Nitride! Bei Leid ragt Sinn ab;

Niederes im Leben.“

 

Ein traeger Herr

uns THC anbot, stumm.

Mut stob.

 

Nachts nur rehrege Art, nie Nebel.

Misere, dein Bann: Ist gar die Liebe dir

Tinnef, Ödnis, seit ich an enger Mine da

Mondnähe betret?

 

Tags nur edle Fellanamnese.

O deine Föhre hier redet Romane,

die leisere. Ohne Ruh ueberleben

Rehe am Maeher.

 

(Palindrom)

 

 

 

 

 

Die Zeit heilt alle Wunden

 

Die Zeit heilt alle Wunden.

Lenzeweit heult da ein Lid.

Allee, die litt. Zwei Hunden

lallen die Ideen. Wut zieht

in die Lande: Heulzeitwelt.

Und dein Wille teilte zaeh

Tanz, Lied, Leut, wie ein Held.

Liedteile witzle und naeh

Netzhaeute. Will die Linde

wilde Hundeantlitze? Eile?

Heu? Da letzte Lilienwinde

litten, zahl du deine Weile.

Leid eilte alt. Zwei Hunden

heilt die Zeit alle Wunden.

 

 

 

 

 

Einst ich

 

Nähe Finger auf. Frag Iltis-Chemie. Träume die Lenze der Namen, der Eichendiebinnen. An sich tentieren wir deine Nachtrauer, und unsachlich teuer, gebende Hast, Dusel. Igel unten gaben Gefahren. Andere Tage Verschiedener wiesen uns. Ich ersticke. Ich meine, wir rendern acht Inselsternlachen, gebrauchen Teile der Leiden, Kartenschicksale, Modenschauen. Dein Mal zu reichen, unhinderlich. Trost, wächst du auch?

 

Nähe fing er auf. Fragil Tische, Mieträume, Dielen, Zedern. Am Ende reichen die Binnenansichten. Tieren wird eine Nacht rauer. Und uns? Ach, Licht, euer Gebende. Hast du selige Luntengaben gefahren, an der Etage verschiedener Wiesen? Unsicher sticke ich meine Wirren der Nacht ins Elsternlachen, geb Rauch, enteile derlei Denkarten, schick' Salem-Oden schauend einmal zur Eiche nun hin. Der Lichtrost wächst. Du auch?

 

 

 

 

 

Happiness is only real when shared

 

Hoppla, hey, der Leierwahnsinn sass

hier, Leid war an Sylphen ohne Spass.

Hey, wir alle sind Phrasen, Phasen. So:

Nah sind alle Wesen Risse. Happy, roh.

Prasselsynapsen: wie hohl da Hirne

hasshappy rasseln, wohl eine Dirne

sahen. Lasse, Hippy, Wahn in loser Erd’.

Happiness is only real when shared.

 

 

 

 

 

Ein so alter Winter

 

Also ein brach zerglittener Schrei gelangte weiter hinten gar zum schlichten Dorfe. Elche weinen, träge Beine eitern, fallen, erinnern steile Seegewebe, Lieder ohne Scheu, der angetanen Ringe Lichterwinde. Frierende Wärme. Traumen blutender Wange, immer würgend gediehen. Näher, dasig, grau. Wiegenlieder bilden Wunder. Wundenbilder liegen, wie grausig. Daher nähen die Gegend Würmer, im gewanderten Blumentraume wär deren Friede. Winterlich gerinnen Tage an der Scheune. Oh der Liebe Wegeseele, steinern in Erlenfaltern. Eine beige, tränenweiche Elfe dorten schlich zum Garten. Hinter weite, lang geschreinerte Glitzer brach ein so alter Winter also ein.

 

(Silbenpalindrom)

 

 

 

 

 

Neige, Leere, Elegien.

 

Sediererei des

Seidnen nimm. Innen dies

graeseraparte tote Veto, tote Veto. Tetraparese. Arg

lebensmuede ums Nebel-

Tal. O Sediererei, desolat.

Mutnegierereigentum:

Traenen. 'n Ort, neu entronnene Art,

eine Trostsorte nie.

Heisses, sieh.

Leb an Sabas' Nabel.

Leb am Alb blamabel.

Die See seid,

Dielenhof ohne Leid:

Tod, o Godot.

Hortstimme. Tagatem mit Stroh...

Neige, Leere, Elegien.